22. Mai 2024 Aktionstag der Naturparkschulen Österreichs

Seit dem Jahr 2001 wird jährlich am 22. Mai der „Internationale Tag der biologischen Vielfalt“ gefeiert. So sind an diesem Tag die über 200 Naturpark-Schulen und –Kindergärten aufgerufen, zu diesem Anlass Aktionen zur Stärkung der Biodiversität zu setzen.

Die Naturparkmittelschule Emmersdorf hat unter dem Motto „Sei ein Superheld und gestalte den Schulgarten für unsere tierischen Superhelden“ Aktivitäten gesetzt, um sowohl für die Schulgemeinschaft als auch für unsere tierischen Mitbewohner einen besseren Lebensraum zu gestalten. So wurde an verschiedenen Stationen zuerst an theoretischen Hintergründen gearbeitet und danach, zur Freude der Kinder, im Garten neuer Lebensraum geschaffen.

Wir stellten uns gemeinsam die Frage, unter welchen Voraussetzungen sich Tiere bei uns wohl fühlen würden und was diese zum Überleben benötigen würden.

Den Kindern fiel schnell auf, dass die Tiere, genau wie wir, auf der doch ziemlich grünen Rasenfläche recht bald Hunger bekommen würden, denn Pollen und Nektar gab es nicht viel zu finden.

Als weitere Versorgungsquelle entstand ein kleines Biotop mit verschiedenen Wasserpflanzen, denn auch die Tiere brauchen Flüssigkeit, um überleben zu können. So schufen unsere Schüler*innen nicht nur Wasser als lebensnotweniges Mittel sondern auch einen weiteren Lebensraum für die Tiere, z.B. Larven von Libellen, die auf Wasser in ihrem ersten Stadium der Entwicklung angewiesen sind.

Eine angrenzende Sandecke und Hartholzscheite sollen Nistplätze für Wildbienen zur Verfügung stellen, denn zwei Drittel der Wildbienen nisten nicht in horizontalen Röhren, wie man sie von Insektenhotels kennt, sondern in vertikalen Röhren im Boden .

Blühwiesen

Der Rasenstreifen im Osten der Schule, zwischen Hausmauer und Parkplatz, wurde zu drei verschiedenen Wiesen umgearbeitet. Dankenswerterweise trugen Gemeindearbeiter mit einem Bagger die Grasnarbe ab. Mit den Schüler*innen wurde eine Sandschicht eingebracht, um Staunässe zu vermeiden. Danach wurde darauf Erde verteilt, in die die Kinder Samen einarbeiten durften. Aufgrund verschiedener Samenmischungen werden eine Schmetterlings-, eine Wildblumen- und eine Insektenwiese entstehen. Um die Artenvielfalt nicht nur in der Schule sondern auch bei den Kindern zu Hause zu verbessern, wurden an einer Station mittels Erde und Lehm Samenkugeln hergestellt (sogenannte Samenbomben), sodass nun auch in Hausgärten für neues Insektenfutter gesorgt wurde.

Zur Abgrenzung der Wiesenarten in der Schule setzten die Kinder verschiedene Pflanzen. Diese Abschnitte werden in Zukunft nur einmal im Jahr gemäht, sodass sie eine gute Nahrungsquelle wie auch ein Überwinterungsplatz für Insekten sein können.

An dieser Stelle lernten die Kinder einen weiteren wichtigen Unterstützungspunkt kennen, denn die Tiere haben, wie wir auch, gerne einen Rückzugsort oder ein Dach über dem Kopf.  Sei es zur Überwinterung, als Schutz vor Regen oder Fressfeinden.

Totholz- und Steinhaufen

Ein Totholz- und Steinhaufen, welche mit einer kleinen Trockensteinmauer umgrenzt wurden, entstand unter der fachkundigen Anleitung von Herrn Kurnik, dem wir ganz herzlich für seine Bereitschaft, mit Schüler*innen zu arbeiten, danken. Dieser Lebensraum bietet Kleinreptilien und Insekten ein neues Zuhause.

Im Werkunterricht wurden vorbereitete Nistkästen für Fledermäuse und Vögel montiert. Wir hoffen, dass diese möglichst bald von den Tieren benutzt werden.

Bei einer weiteren Station konnten Tiere, welche in einer angrenzenden Wiese gefunden wurden, bestimmt und mit Becherlupen beobachtet werden.

Aber nicht nur für viele Insektenarten und Tiere wurde neuer Lebensraum geschaffen sondern auch Nahrhaftes für unsere Schüler gepflanzt. So entstand eine Naschecke mit Beerenfrüchten. Die Schüler*innen trugen die Grasnarbe ab, verlegten eine Rasenkante, pflanzten die verschiedenen Beerenfrüchte und bedeckten den Boden mit Rindenmulch. So können sich die Kinder in Zukunft an Erdbeeren, gelben und rosa Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Felsenbirnen und Physalis erfreuen.

Auch Obst ist für unsere Ernährung sehr wichtig, weswegen wir einen Säulenapfel, eine Hauszwetschke und eine Herzkirsche setzten. Diese Früchte können entweder noch vor den Sommerferien oder im Spätsommer im Ernährungsunterricht geerntet und verarbeitet werden.

Damit sich aus den Blüten all dieser Pflanzen Früchte entwickeln können, brauchen wir die Hilfe unserer kleinen Superhelden, der Insekten. Die Kinder lernten hier den Zusammenhang von Bestäubung und Insekten kennen und dass wir ohne ihre Hilfe kaum Obst, Gemüse und tierische Produkte für unsere Ernährung hätten. So erkannten die Kinder, dass unser bisher noch reichlich gedeckter Frühstückstisch ohne Bestäuber keine Früchte, keine Erdbeermarmelade, keinen Tee, keinen Kaffee oder auch viel weniger Butter, Milch und Käse aufweisen würde, denn auch die Tiere fressen Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden.

Weiters lernten die Kinder den Begriff Artenvielfalt kennen. Wir zerlegten das Wort erst einmal, um die Bedeutung klarer für unsere Schüler*innen zu machen und vereinfachten  den Begriff in “viele verschiedene Tiere und Pflanzen”. Warum diese vielen, verschiedenen Arten für uns Menschen wichtig sind, hörten die Kinder anhand der Geschichte der kleinen Lena, die krank wurde und von ihrer Mutter einen Hustensaft mit vielen verschiedenen Kräutern bekam. Daher legten wir in unserem Schulgarten eine mediterrane Ecke an. Zu diesem Zweck wurde auch das Hochbeet neu bepflanzt.

Den Kindern wurde nun immer bewusster, dass Insekten nicht nur kleine, zum Teil lästige, Lebewesen um uns herum sind, sondern für uns Menschen einen großen Nutzen tragen. Um auch die Hintergründe aller unserer Aktionen zu verstehen, besuchten alle Schüler*innen eine Theorieeinheit, bei der die Hintergründe des Artensterbens näher erklärt wurden.

Bei einer kreativen Station wurden Steine bemalt, welche als Dekorationsgegenstände die neuen Flächen schmücken werden. Es wurden auch Schilder, auf denen die Station und Spendernamen für die Pflanzen und Bäume vermerkt sind, gefertigt.

Für unsere Arbeiten waren viele Geräte, wie Rechen, Schaufeln, Spaten, Scheibtruhen, … notwendig, die uns von Eltern unserer Schüler*innen zur Verfügung gestellt wurden. Der Ankauf der Bäume und Pflanzen konnte ebenfalls mit Hilfe von Spenden der Eltern finanziert werden und der Baumarkt Schuberth unterstützte uns freundlicherweise ebenfalls. Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer!

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